Das Markusevangelium

Einführung ins Markusevangelium. Lesejahr B (2017/18)

Der Evangelist Markus schildert Gleichnisse, Geschichten, Wundererzählungen und verfolgt damit ein klares Ziel: überzeugend darzulegen, was es mit Jesu Leben, Tod und Auferstehung auf sich hat. Denn er will Heiden überzeugen und Heidenchrist/innen in ihrem neuen Glauben stärken. Jesu Worte und Taten sprechen für sich: Er heilt Kranke, überwindet unheilvolle Zustände, vergibt Sünden, nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wo er Unrecht vorfindet, und bleibt sich selbst treu, auch wenn dies (vorerst) katastrophale Folgen hat.
Im kommenden Kirchenjahr (Lesejahr B, beginnend mit der Adventzeit 2017) werden an den Sonntagen Texte aus dem Evangelium nach Markus gelesen. Für liturgisch Interessierte stehen mehrere Angebote zur Verfügung: Einführung ins Markusevangelium, Gang durchs Kirchenjahr, Spezielle Themenbereiche (z. B. Umgang mit schwierigen Bibeltexten)
› Infos auf: www.dibk.at/LAF
› Referent/innen auf Anfrage.

Jesus der Therapeut

Heilsame Begegnungen im Johannesevangelium 

Menschen sind auf vielfältige Weise blind, gelähmt, sie suchen Rat, ihnen geht der Wein des Lebens aus. Das Johannesevangelium berichtet, dass Jesus als Arzt für Leib und Seele Heil und Heilung verschafft. Was hat all das mit uns heute zu tun? Was blockiert und was stärkt uns? Was fördert unsere Selbstheilungskräfte?

 

Vaterunser

Wir spüren den Herzschlag Jesu 

Jesu Wirken und seine Botschaft lässt sich ohne sein Gebet nicht verstehen. Er betet allein und in der Gemeinschaft der jüdischen Gebetstradition. Er wendet sich an seinen Vater im Himmel in frohen und in bedrängenden Stunden seines Lebens.
Das Vaterunser bildet die Mitte der Bergpredigt und damit in der Mitte der neuen Lebensordnung, die Jesus der Welt gebracht hat.
Das Vaterunser lässt uns den Herzschlag Jesu erfahren.
Welche Chancen hat das für mein persönliches Beten?

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Innsbruck 

Abraham - Vater im Glauben

Mit der Geschichte Abrahams (Gen 12–25) wird der Zyklus der Erzelternerzählungen eröffnet. Sie bildet die Brücke zwischen der mythischen Vorzeit (der Welt) und der Geschichte Israels. Abraham wird, selbst aus der Fremde stammend, Stammvater Israels und zum Urahn anderer Völkerschaften. Eine genauere Lektüre des Textes offenbart, dass das Leben Abrahams auch Versagen und Schattenseiten kennt, die bis in spätere Generationen spürbar sind. Weil er aber dem Gott Israels unbedingten Glauben geschenkt hat, wird Abraham zum Inbegriff des Segens und zum Träger der Verheißung. Weil er sich Jahwes Führung anvertraut hat, ist Abraham eine wichtige Identifikationsgestalt für Juden und Christen, und als Ibrahim al-Chalil, der „Freund Gottes“, für Muslime.

 

Die Sintflut und der Turmbau zu Babel

Altorientalisches im Alten Testament

Die Stellen im Buch Genesis über die Sintflut und den Turmbau haben seit jeher Faszination ausgeübt. Dass sie eng mit der altorientalischen Umwelt verknüpft sind, haben erst die Archäologie und Entzifferung der Keilschrift ab etwa der Mitte des 19. Jh. herausgestellt. Damit öffnete sich aber ein Fenster, und ein ganz neuer Blick auf die biblische Überlieferung war möglich. Wie entwickelt sich die Sintfluterzählung, bis sie in der Bibel landet, und was steckt hinter dem Turm zu Babel?

Referent: Ass.-Prof. MMag. Dr. Martin Lang, Universitätslehrer, Innsbruck 

Unzumutbare Texte

Zum Umgang mit schwierigen spannungsreichen Bibelstellen 

„Wie können Sie verantworten, dass heutzutage so etwas in der Kirche vorgelesen wird?“ Dieser Ausruf einer empörten Kirchgängerin gilt der Geschichte von der Opferung des Isaak (Gen 22). Die Frage, die dahinter steht, betrifft allerdings eine Vielzahl von Textstellen in der Bibel: Sollte man nicht lieber auf Lesungen verzichten, die schwer zugänglich sind, weil sie Widersprüchliches ausdrücken, kaum mehr etwas mit unserer Lebens- und Erfahrungswelt zu tun haben oder schlichtweg von Konflikt, Gewalt, Vergeltung, Tod und Vernichtung sprechen?

Hat Jesus nicht ganz einfach eine Botschaft der Liebe gebracht, von der wir sprechen sollten? Selbstverständlich! Doch sogar in den Evangelien finden sich Passagen, die man sich - auf den ersten Blick - lieber gerne ersparen würde …

Ein Workshop, in dem wir nach Möglichkeiten suchen, biblische Texte zu erschließen, die als Zumutung empfunden werden, ohne dabei den Gott der Liebe aufs Spiel zu setzen.

Referentin: Dr.in Christine Drexler, Theologin, Innsbruck 

Bibel und Gewalt

(Wie) geht das zusammen?

Die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain; der Gott, der die Erstgeborenen der Ägypter erschlägt; der zornige Gutsherr im Gleichnis Jesu, der die bösen Winzer umbringt: Was hat all das bitte in der Bibel verloren?
Dieser Vortrag stellt diese Frage und schlägt einen neuen Blickwinkel zu den verstörenden Gewalttexten der Bibel vor.

Referent: DDr. Mathias Moosbrugger, Pastoralassistent, Innsbruck

Wie lesen Evangelische die Bibel?

Die Quelle des christlichen Glaubens und ihr Verständnis im evangelischen Sinn

Eines der entscheidenden „Produkte“ der Reformation war die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers. Das eigene Bibellesen wurde zum Kern der evangelischen Frömmigkeit – obwohl in Österreich der Besitz einer Lutherbibel noch vor 200 Jahren verboten war.
Die Veranstaltung zeichnet nach, wieso sich durch die Bibel für Martin Luther „die Pforten zum Paradies“ öffnen, damit wir uns dann selbst zur gegenwartsbezogenen Bibellektüre aufmachen.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck