Tiroler Bibelkurs 2022/23

Nach den guten Erfahrungen der bisherigen Tiroler Bibelkurse setzen das Bildungshaus Osttirol, die Diözesanstelle für Bibelpastoral Innsbruck, das Bibelzentrum Neustift und das Katholische Bildungswerk Tirol den Tiroler Bibelkurs abermals fort.
Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Menschen für die Beschäftigung mit dem Wort Gottes zu begeistern und zu befähigen. Angesprochen sind alle, die persönlich und in ihren Gemeinden das Wort Gottes lebendig halten wollen.

Auch wer bisher den Tiroler Bibelkurs noch nicht besucht hat, ist herzlich zu den einzelnen Einheiten eingeladen. Sie können sich jeweils einen der drei Veranstaltungsorte aussuchen. Im Download finden Sie Angaben zu den Kursinhalten und ReferentInnen, den Terminen und Veranstaltungsorten.

Diese Veranstaltungsreihe ist besonders geeignet für
> Interessierte an der Bibel, die einzelne Themen vertiefen möchten
> Leiter/innen von Bibelrunden und Weggemeinschaften
> Lektor/innen
> Leiter/innen von Wortgottesdiensten, Andachten
> Mitarbeiter/innen in Liturgiegruppen


Der Bibelkurs findet parallel an drei Orten statt
Innsbruck, Pfarre Allerheiligen jeweils Donnerstag, 19.00 bis 21.00
Bildungshaus Osttirol/Lienz jeweils Freitag 19.00 bis 21.00
Kloster Neustift/Brixen jeweils Samstag, 14.00 bis 16.00

Termine, Referent/innen und Themen
13./14./15.10.2022: Jeremia, Prophet der Hoffnung (Dr. Georg Fischer SJ)
10./11./12.11.2022: Gerechtigkeit und Friede küssen sich: Göttliche und menschliche Gerechtigkeit in der Bibel (Dr. Martin Lang)
19./20./21.01.2023: Jüdische Feste im Neuen Testament (Mag. Elena Mizrachi)
09./10./11.02.2023: Fluchpsalmen: Wie kann ich mein Leid und den Ärger vor Gott bringen? (Dr. Ulrich Fistill)
16./17./18.03.2023: Leidensgeschichte nach Matthäus (Dr. Franz Troyer)
27./28./29.04.2023: Daniel, der biblische Detektiv (Dr. Anna Kraml)

Folder Tiroler Bibelkurs 2022/2023 als Download

Information:  Bibelpastoral der Diözese Innsbruck, Dekan Franz Troyer 0676/8730 7861
Gebühr: 10 € je Einzeltermin oder 50 € für alle Veranstaltungen
Anmeldung: telefonisch, per E-Mail oder im Internet beim jeweiligen Kursveranstalter

Das Lukasevangelium

Jesus - Prophet und Menschenfreund
Eine Entdeckungsreise

Mit der Adventzeit 2021 beginnt das Lesejahr C und an den Sonntagen wird schwerpunktmäßig das Lukasevangelium gelesen. Darin zeigt sich Jesus als einer, der sich mit besonderer Aufmerksamkeit jenen zuwendet, die in der Gesellschaft benachteiligt, ja verachtet sind und sie so die Menschenfreundlichkeit Gottes spüren lässt. Zugleich scheut sich Jesus nicht, Unrecht konkret beim Namen zu nennen. Fazit: Wer als ChristIn leben will, wird sich wie Jesus gut und menschenfreundlich verhalten; das meint auch die Achtung der Fremden und sogar die Liebe zu den Feinden. „Das Christusbild des Lukas und sein Aufruf zu sozialem Verhalten sind bis heute maßgebend für die christliche Vorstellung vom Menschen und vom rechten Verhalten in der Gemeinschaft.“ (Einheitsübersetzung der Bibel, Einleitung zum Lukasevangelium).

Referent/Innen auf Anfrage

Lieber Gott, lass mich sterben!

Hintertüren in die Bibel

Zwei Menschen am Sand: Er, ein unglaublich frommer Mensch, Ehemann und Vater, wird vom Leben hart gestraft. Sie, eine wunderschöne, heiratswillige junge Frau, der in jeder Hochzeitsnacht der Mann vor dem Vollzug der Ehe stirbt. Sie gilt als Schwarze Witwe. Beide bitten Gott, er möge ihr unerträgliches Leben beenden, doch er hat anderes mit ihnen vor...

  Referent: Dr. Harald Klingler, Mittelschullehrer, Fritzens

CSI Babylon - Sex oder Steinigung?

Hintertüren in die Bibel

Susanne, eine gottesfürchtige junge Ehefrau, gerät aufgrund ihrer Schönheit ins Visier von zwei angesehenen Männern aus ihrer Gemeinde. Sie wird vor eine grausige Entscheidung gestellt: Entweder ist sie ihnen zu Diensten und wird zur Hure oder sie wird von beiden des Ehebruchs bezichtigt, und dafür droht die Steinigung! Eine spannende Geschichte von Machtmissbrauch, Ohnmacht und ... dem Geist Gottes.

Zwei Ausländerinnen im Stammbaum Jesu - Tamar und Ruth

Hintertüren in die Bibel

Der Stammbaum Jesu ist erstaunlich, denn neben den vielen Männern aus 14 Generationen werden auch fünf Frauen genannt. Zwei davon würden wir heute als "Ausländerinnen" bezeichnen, eine davon als Wirtschaftsflüchtling. Was haben uns ihre Geschichten zu sagen?

Das Schweigen Gottes - Saul und die Totenbeschwörerin von En-Dor

Hintertüren in die Bibel

Saul, der erste König der Juden, hat keinen Draht mehr zu Gott. Ein Krieg steht vor der Tür. Wie soll König Saul richtig handeln? Gott schweigt und schweigt, so sucht der gottverlassene König Hilfe bei einer Totenbeschwörerin, einer von denen, die er selbst verboten hat...

  Referent: Dr. Harald Klingler, Mittelschullehrer, Fritzens

Wozu brauchen wir eine (neue) Bibel?

Seit Dezember 2016 gibt es in der Katholischen Kirche eine neue Bibelübersetzung, fast gleichzeitig erschien in der evangelische Kirche die neue revidierte Lutherbibel. Es stellt sich die Frage: Warum benötigen wir neue Bibelübersetzungen? Waren die alten falsch? Was ist neu in den neuen Übersetzungen?
Allein der Vergleich mehrere Bibelübersetzungen hilft uns, den Bibeltext genauer zu lesen.
Der Blick auf die Schwerpunkte und Anliegen der neuen „Revidierten Einheitsübersetzung“ soll zeigen, wie spannend es ist, von Gott zu reden, und wie hilflos unsere Sprache ist und bleibt. Trotzdem und gerade deswegen: Die Bibel ist auf jeden Fall ein ABC und eine Schatzgrube für Glaubensgespräche.

Jesus der Therapeut

Heilsame Begegnungen im Johannesevangelium 

Menschen sind auf vielfältige Weise blind, gelähmt, sie suchen Rat, ihnen geht der Wein des Lebens aus. Das Johannesevangelium berichtet, dass Jesus als Arzt für Leib und Seele Heil und Heilung verschafft. Was hat all das mit uns heute zu tun? Was blockiert und was stärkt uns? Was fördert unsere Selbstheilungskräfte?

Vaterunser

Wir spüren den Herzschlag Jesu 

Jesu Wirken und seine Botschaft lässt sich ohne sein Gebet nicht verstehen. Er betet allein und in der Gemeinschaft der jüdischen Gebetstradition. Er wendet sich an seinen Vater im Himmel in frohen und in bedrängenden Stunden seines Lebens.
Das Vaterunser bildet die Mitte der Bergpredigt und damit in der Mitte der neuen Lebensordnung, die Jesus der Welt gebracht hat.
Das Vaterunser lässt uns den Herzschlag Jesu erfahren.
Welche Chancen hat das für mein persönliches Beten?

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Innsbruck 

Abraham - Vater im Glauben

Mit der Geschichte Abrahams (Gen 12–25) wird der Zyklus der Erzelternerzählungen eröffnet. Sie bildet die Brücke zwischen der mythischen Vorzeit (der Welt) und der Geschichte Israels. Abraham wird, selbst aus der Fremde stammend, Stammvater Israels und zum Urahn anderer Völkerschaften. Eine genauere Lektüre des Textes offenbart, dass das Leben Abrahams auch Versagen und Schattenseiten kennt, die bis in spätere Generationen spürbar sind. Weil er aber dem Gott Israels unbedingten Glauben geschenkt hat, wird Abraham zum Inbegriff des Segens und zum Träger der Verheißung. Weil er sich Jahwes Führung anvertraut hat, ist Abraham eine wichtige Identifikationsgestalt für Juden und Christen, und als Ibrahim al-Chalil, der „Freund Gottes“, für Muslime.

 

Die Sintflut und der Turmbau zu Babel

Altorientalisches im Alten Testament

Die Stellen im Buch Genesis über die Sintflut und den Turmbau haben seit jeher Faszination ausgeübt. Dass sie eng mit der altorientalischen Umwelt verknüpft sind, haben erst die Archäologie und Entzifferung der Keilschrift ab etwa der Mitte des 19. Jh. herausgestellt. Damit öffnete sich aber ein Fenster, und ein ganz neuer Blick auf die biblische Überlieferung war möglich. Wie entwickelt sich die Sintfluterzählung, bis sie in der Bibel landet, und was steckt hinter dem Turm zu Babel?

Referent: Ass.-Prof. MMag. Dr. Martin Lang, Universitätslehrer, Innsbruck 

(Un)Zumutbare?! Schwierige Bibeltexte im Gottesdienst

„Wie können Sie verantworten, dass heutzutage so etwas in der Kirche vorgelesen wird?“ Dieser Ausruf einer empörten Kirchgängerin gilt der Geschichte von der Opferung des Isaak (Gen 22). Die Frage, die dahinter steht, betrifft allerdings eine Vielzahl von Textstellen in der Bibel: Sollte man nicht lieber auf Lesungen verzichten, die schwer zugänglich sind, weil sie Widersprüchliches ausdrücken, kaum mehr etwas mit unserer Lebens- und Erfahrungswelt zu tun haben oder schlichtweg von Konflikt, Gewalt, Vergeltung, Tod und Vernichtung sprechen?

Hat Jesus nicht ganz einfach eine Botschaft der Liebe gebracht, von der wir sprechen sollten? Selbstverständlich! Doch sogar in den Evangelien finden sich Passagen, die man sich - auf den ersten Blick - lieber gerne ersparen würde …

Ein Workshop, in dem wir nach Möglichkeiten suchen, biblische Texte zu erschließen, die als Zumutung empfunden werden, ohne dabei den Gott der Liebe aufs Spiel zu setzen.

Referentin: Dr.in Christine Drexler, Theologin, Innsbruck 

Bibel und Gewalt

(Wie) geht das zusammen?

Die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain; der Gott, der die Erstgeborenen der Ägypter erschlägt; der zornige Gutsherr im Gleichnis Jesu, der die bösen Winzer umbringt: Was hat all das bitte in der Bibel verloren?
Dieser Vortrag stellt diese Frage und schlägt einen neuen Blickwinkel zu den verstörenden Gewalttexten der Bibel vor.

Referent: DDr. Mathias Moosbrugger, Pastoralassistent, Innsbruck

Verstehst du auch was du liest? (Apg 8,30)

Impulse zu Entstehung, Wesen und Aktualität der biblischen Botschaft

Einerseits ist die Bibel das Buch mit der größten Verbreitung und Wirkungsgeschichte, andererseits fällt der Zugang nicht immer leicht: Wie und wann sind die einzelnen biblischen Schriften wirklich entstanden? Ist das auch alles wahr, was drin steht? Wie wichtig ist das Alte Testament für mich heute noch? Wie kann ich diese alten und in einem völlig fremden Umfeld entstandenen Texte überhaupt noch richtig verstehen? Solchen und ähnlichen Fragen soll anhand praktischer Textbeispiele nachgegangen werden.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Universitätsprofessor, Fritzens

 

Gott besucht sein Volk in "herzlichem Erbarmen"

Jesu Botschaft von der Barmherzigkeit nach dem Lukasevangelium

Im Kommen und Wirken Jesu zeigt sich von Anfang an wunderbares Erbarmen. Schon die Hymnen in der Kindheitsgeschichte Jesu (Magnificat und Benedictus) zeugen davon. Besonders in den Gleichnissen vom barmherzigen Samariter und vom barmherzigen Vater lässt Jesus uns erkennen, was er unter Erbar-men versteht. Sein auch heute aktueller Auftrag lautet: „Werdet barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36).

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck

Wie lesen Evangelische die Bibel?

Die Quelle des christlichen Glaubens und ihr Verständnis im evangelischen Sinn

Eines der entscheidenden „Produkte“ der Reformation war die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers. Das eigene Bibellesen wurde zum Kern der evangelischen Frömmigkeit – obwohl in Österreich der Besitz einer Lutherbibel noch vor 200 Jahren verboten war.
Die Veranstaltung zeichnet nach, wieso sich durch die Bibel für Martin Luther „die Pforten zum Paradies“ öffnen, damit wir uns dann selbst zur gegenwartsbezogenen Bibellektüre aufmachen.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck

Die Liebe ist... (1 Kor 13,4)

Das Hohelied der Liebe

Das Hohelied der Liebe (1 Kor 13) gehört zu den paulinischen Spitzentexten. Die Veranstaltung wird zur stilistischen Schönheit und zu den inhaltlichen Tiefen dieses Liedes hinführen. Der Weg der Liebe wird als bleibender und immer aktueller Weg für die Christen/innen betrachtet.

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck 

Geschichten, die unser Leben berühren

In Lesung und Evangelium unser Leben finden und die freimachende Botschaft entdecken

Wer kennt das nicht, drin sitzen in der Messe und nichts verstehen? Und die Frage, warum muss ich mir das anhören? Dass biblische Geschichten etwas mit meinem persönlichen Leben zu tun haben, das wird oft erst klar, wenn sie aus dem Kleid ihrer Entstehungszeit in eine moderne Sprache und Bilderwelt übersetzt werden. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, um spannende, berührende und sinnstiftende Themen in biblischen Erzählungen zu entdecken.

ReferentInnen: Dr.in Anna Hintner, Theologin, Gnadenwald, Mag. Garber Thomas, Navis, MMag. Maria Pranger, Pastoralassistentin, Debant