TIROLER BIBELKURS 2020/2021

Oktober 2020 bis April 2021
Nord-, Ost- und Südtirol

Auch für Neueinsteiger

Nach den guten Erfahrungen der bisherigen Tiroler Bibelkurse setzen das Bildungshaus Osttirol,
die Diözesanstelle für Bibelpastoral Innsbruck, das Bibelzentrum Neustift und das Katholische
Bildungswerk Tirol den Tiroler Bibelkurs 2020/2021 fort.

Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Menschen für die Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes
zu begeistern und zu befähigen. Angesprochen sind alle, die persönlich und in ihren Gemeinden
das Wort Gottes lebendig halten wollen.

Auch wer bisher den Tiroler Bibelkurs noch nicht besucht hat, ist herzlich zu den einzelnen
Einheiten eingeladen. Sie können sich jeweils einen der drei Veranstaltungsorte aussuchen.

Termine und Inhalte:

Aus Krisen lernen - aber wann? Krisenbewältigung in der Bibel am Beispiel 2 Könige 17-25 (15. - 17.10.2020)

Das zweite Buch der Könige bildet den Abschluss einer langen Erzählung der Geschichte Israels von seiner Erwählung bis ins Babylonische Exil. Dabei sind die Bücher der Bibel weniger Geschichtsschreibung als Geschichtserzählung. Abraham und Mose legen das Fundament für das Volk Israel und seinen Weg in das verheißene Land. Doch erst ab dem Buch Josua wird vom Leben in diesem Land berichtet, von all den Aufs und Abs, von RichterInnen und ProphetInnen und vor allem vom „Projekt Königtum“. Wie in großen Büchern oder auch Reihen wird am Ende noch einmal die Erzählung verdichtet, die losen Enden zusammengeführt und alles auf ein sinnvolles Finale hin gedacht. Ob das auch auf diese Geschichte zutrifft, welche Rolle Samaria und Jerusalem, Hulda und Jojachin dabei spielen, soll bei diesem Vortrag Thema sein.

Referent: Dr. Benedikt Collinet, Theologische Fakultät Innsbruck

 

Lukas und die Gastfreundschaft Gottes (12. - 14.11.2020)

Das Lukasevangelium gilt als das am leichtesten zugängliche Evangelium mit einem attraktiven Erzählstil. Gerade die Erzählungen des Eigenmaterials gehören zu den einprägsamsten Texten. Nur bei Lukas gibt es ein Weihnachten mit Krippe, Hirten und singenden Engeln auf dem Feld. Zachäus, der barmherzige Samariter und der verlorene Sohn erscheinen nur bei Lukas. Doch Lukas ist mehr als ein guter Erzähler. Er ist auch ein großer Theologe. Mit viel Gespür und auch manchem Augenzwinkern erzählt er, wie Gott selbst sich als Gast in diese Welt begibt, um alle Menschen zu seiner eigenen Herrlichkeit einzuladen.

Referent: Dr. Boris Repschinski, Theologische Fakultät Innsbruck

 

Die zwölf Apostel – eine unberechenbare Truppe (14. - 16.01.2021)

Was hat sich Jesus gedacht, dass er ausgerechnet diese zwölf Apostel ausgewählt hat. Die Zusammensetzung der Gruppe kann gegensätzlicher nicht sein: Ein Zöllner als Mitarbeiter der Besatzungsmacht Rom und ein Mitglied der Zeloten, welche die Römer aus dem Land hinauswerfen wollen. Leute im Hintergrund und Petrus mit seiner direkten Art.

Warum zwölf Apostel? Wie ist das Verhältnis zu den anderen Jüngern und Jüngerinnen, wie zu den vielen Frauen, die Jesus nachfolgen. Soll Maria Magdalena aufgrund des Auftrages, die Auferstehung zu verkünden, nicht auch als Apostolin bezeichnet werden.

Referent: Franz Troyer, Leiter der Bibelpastoral Innsbruck

 

Jona - der störrische Prophet oder wie Pädagogik funktionieren kann (25. - 27.02.2021)

Bereits die meisten Kinder kennen die Geschichte des Propheten Jona, der vor Gott davonlaufen möchte, von einem riesigen großen Fisch verschluckt wird und schließlich doch nach Ninive geht und sich enttäuscht über die Umkehr der Menschen dort zeigt. Was aber steht hinter dieser Erzählung? Was unterscheidet Jona von den anderen Propheten? Aber vor allem: Warum fasziniert seine Geschichte so?

Das Buch Jona ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und facettenreich. Gemeinsam wollen wir diesen Besonderheiten auf den Grund gehen und entdecken, warum Gott auch für uns Lehrmeister sein kann: im Umgang mit unseren Kindern, Partnern, Mitmenschen oder allen anderen Geschöpfen.

Referentin: Mag.a Anna Kraml, Religionslehrerin Innsbruck

 

Auch in dir steckt ein/e HeldIn: Judith (11. - 13.03.2021)

Der Kriegsherr Holofernes strotzt vor Selbstüberschätzung und Waffen. Er ist siegessicher. Doch dann nimmt ausgerechnet eine Frau die Rettung des Volkes Israel in ihre Hand: die Witwe Judith. Faszinierend und verstörend zugleich hält sie am Ende den Kopf des Holofernes in ihren Händen. Damit sprengt sie Rollenklischees. Holofernes verfällt Judith, diese weiß damit geschickt umzugehen und die Situation zum Heil für viele zu wenden. 
Wie interpretieren wir heute die Gewalt dieser biblischen Erzählung? Welches Vorbild kann Judith für unser Leben sein? 

Referentin: Mag.a Angelika Stegmayr, Leiterin Kath. Bildungswerk Tirol 

 

Frauenpower in der Hl. Schrift  –  Faszinierende Persönlichkeiten im AT und NT (15. - 17.04.2021)

Wirft Frau oder Mann einen Blick in das Buch der Bücher, so fällt auf, dass die meisten Verfasser männlich sind. Nur einige wenige Autorinnen kennt die Bibel, wie Rut, Ester oder Judit. Ein deutliches Ungleichgewicht. Auch in den Erzählungen steht vielfach „Er“ im Vordergrund. Dennoch begegnen uns auch Frauen: Im ersten Buch der Bibel treffen wir auf Tamar, eine Frau, die in Bedrängnis gerät. In der patriarchalen Gesellschaftsordnung der damaligen Zeit verliert sie ihre rechtliche Stellung. Doch mit Beharrlichkeit und List erwirkt sie sich ihr Recht auf Status und Zukunft zurück. Tamar fordert heraus und provoziert. Eine andere Frau ist Maria Magdalena, damals wie heute eine umstrittene Persönlichkeit. Die Hl. Schrift berichtet von ihr als „erste Zeugin“, weil sie frühmorgens das leere Grab entdeckt und den erschreckten Jüngern die Auferstehung Jesu verkündet (vgl. Mk 16; Mt 28; Lk 24; Joh 20). Manche bezeichnen sie deshalb als „Apostelin“, andere sehen bis heute in ihr nur die „Sünderin“ (vgl. Lk 7). Die Frau ist aber so viel mehr. Auch von dieser Vielfalt erzählt die Bibel.

Referentin: Mag.a Doris Rainer, Theologin und Lehrerin, Brixen 

 

Veranstaltungsorte:

Pfarrsaal Allerheiligen
A-6020 Innsbruck, St. Georgsweg 15, Tel. +43 (0)676 8730 7051, bibelpastoral@dibk.at

Bildungshaus Osttirol
A-9900 Lienz, Kärntner Straße 42, Tel. +43 (0)4852 6513311, office@bildungshaus.info

Bildungshaus Kloster Neustift
I-39040 Vahrn, Stiftstraße 1, Tel. +39 (0)472 835588, bildungshaus@kloster-neustift.it

Diese Veranstaltungsreihe ist besonders geeignet für:

  • LektorInnen
  • LeiterInnen von Wortgottesdiensten, Andachten und Bibelrunden
  • Verantwortliche und Mitarbeitende in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung
  • Interessierte

Das Lukasevangelium - Einführung ins Lesejahr C (2018/19)

Mit der Adventzeit 2018 beginnt das Lesejahr C und die Textabschnitte aus dem Lukasevangelium stehen im Vordergrund. Sie zeigen uns Jesus, der sich mit besonderer Aufmerksamkeit jenen zuwendet, die in der Gesellschaft benachteiligt, ja verachtet sind. Es gibt - so Lukas - daraus nur einen Schluss zu ziehen: Wer als Christ/in leben will, wird sich wie Jesus gut und menschenfreundlich verhalten; das meint auch die Achtung der Fremden und sogar die Liebe zu den Feinden. "Das Christusbild des Lukas und sein Aufruf zu sozialem Verhalten sind bis heute maßgebend für die christliche Vorstellung vom Menschen und vom rechten Verhalten in der Gemeinschaft." (Einheitsübersetzung der Bibel, Einleitung zum Lukasevangelium). Für alle Interessierten, die sich mit den biblischen Texten auseinandersetzen, die uns in den Gottesdiensten des kommenden Kirchenjahres begegnen werden.

Referent/Innen auf Anfrage

Wozu brauchen wir eine (neue) Bibel?

Seit Dezember 2016 gibt es in der Katholischen Kirche eine neue Bibelübersetzung, fast gleichzeitig erschien in der evangelische Kirche die neue revidierte Lutherbibel. Es stellt sich die Frage: Warum benötigen wir neue Bibelübersetzungen? Waren die alten falsch? Was ist neu in den neuen Übersetzungen?
Allein der Vergleich mehrere Bibelübersetzungen hilft uns, den Bibeltext genauer zu lesen.
Der Blick auf die Schwerpunkte und Anliegen der neuen „Revidierten Einheitsübersetzung“ soll zeigen, wie spannend es ist, von Gott zu reden, und wie hilflos unsere Sprache ist und bleibt. Trotzdem und gerade deswegen: Die Bibel ist auf jeden Fall ein ABC und eine Schatzgrube für Glaubensgespräche.

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Leiter Bibelpastoral in der Diözese Innsbruck

Jesus der Therapeut

Heilsame Begegnungen im Johannesevangelium 

Menschen sind auf vielfältige Weise blind, gelähmt, sie suchen Rat, ihnen geht der Wein des Lebens aus. Das Johannesevangelium berichtet, dass Jesus als Arzt für Leib und Seele Heil und Heilung verschafft. Was hat all das mit uns heute zu tun? Was blockiert und was stärkt uns? Was fördert unsere Selbstheilungskräfte?
Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Innsbruck

 


 

Vaterunser

Wir spüren den Herzschlag Jesu 

Jesu Wirken und seine Botschaft lässt sich ohne sein Gebet nicht verstehen. Er betet allein und in der Gemeinschaft der jüdischen Gebetstradition. Er wendet sich an seinen Vater im Himmel in frohen und in bedrängenden Stunden seines Lebens.
Das Vaterunser bildet die Mitte der Bergpredigt und damit in der Mitte der neuen Lebensordnung, die Jesus der Welt gebracht hat.
Das Vaterunser lässt uns den Herzschlag Jesu erfahren.
Welche Chancen hat das für mein persönliches Beten?

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Innsbruck 

Abraham - Vater im Glauben

Mit der Geschichte Abrahams (Gen 12–25) wird der Zyklus der Erzelternerzählungen eröffnet. Sie bildet die Brücke zwischen der mythischen Vorzeit (der Welt) und der Geschichte Israels. Abraham wird, selbst aus der Fremde stammend, Stammvater Israels und zum Urahn anderer Völkerschaften. Eine genauere Lektüre des Textes offenbart, dass das Leben Abrahams auch Versagen und Schattenseiten kennt, die bis in spätere Generationen spürbar sind. Weil er aber dem Gott Israels unbedingten Glauben geschenkt hat, wird Abraham zum Inbegriff des Segens und zum Träger der Verheißung. Weil er sich Jahwes Führung anvertraut hat, ist Abraham eine wichtige Identifikationsgestalt für Juden und Christen, und als Ibrahim al-Chalil, der „Freund Gottes“, für Muslime.

 

Die Sintflut und der Turmbau zu Babel

Altorientalisches im Alten Testament

Die Stellen im Buch Genesis über die Sintflut und den Turmbau haben seit jeher Faszination ausgeübt. Dass sie eng mit der altorientalischen Umwelt verknüpft sind, haben erst die Archäologie und Entzifferung der Keilschrift ab etwa der Mitte des 19. Jh. herausgestellt. Damit öffnete sich aber ein Fenster, und ein ganz neuer Blick auf die biblische Überlieferung war möglich. Wie entwickelt sich die Sintfluterzählung, bis sie in der Bibel landet, und was steckt hinter dem Turm zu Babel?

Referent: Ass.-Prof. MMag. Dr. Martin Lang, Universitätslehrer, Innsbruck 

(Un)Zumutbare?! Schwierige Bibeltexte im Gottesdienst

„Wie können Sie verantworten, dass heutzutage so etwas in der Kirche vorgelesen wird?“ Dieser Ausruf einer empörten Kirchgängerin gilt der Geschichte von der Opferung des Isaak (Gen 22). Die Frage, die dahinter steht, betrifft allerdings eine Vielzahl von Textstellen in der Bibel: Sollte man nicht lieber auf Lesungen verzichten, die schwer zugänglich sind, weil sie Widersprüchliches ausdrücken, kaum mehr etwas mit unserer Lebens- und Erfahrungswelt zu tun haben oder schlichtweg von Konflikt, Gewalt, Vergeltung, Tod und Vernichtung sprechen?

Hat Jesus nicht ganz einfach eine Botschaft der Liebe gebracht, von der wir sprechen sollten? Selbstverständlich! Doch sogar in den Evangelien finden sich Passagen, die man sich - auf den ersten Blick - lieber gerne ersparen würde …

Ein Workshop, in dem wir nach Möglichkeiten suchen, biblische Texte zu erschließen, die als Zumutung empfunden werden, ohne dabei den Gott der Liebe aufs Spiel zu setzen.

Referentin: Dr.in Christine Drexler, Theologin, Innsbruck 

Bibel und Gewalt

(Wie) geht das zusammen?

Die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain; der Gott, der die Erstgeborenen der Ägypter erschlägt; der zornige Gutsherr im Gleichnis Jesu, der die bösen Winzer umbringt: Was hat all das bitte in der Bibel verloren?
Dieser Vortrag stellt diese Frage und schlägt einen neuen Blickwinkel zu den verstörenden Gewalttexten der Bibel vor.

Referent: DDr. Mathias Moosbrugger, Pastoralassistent, Innsbruck

Verstehst du auch was du liest? (Apg 8,30)

Impulse zu Entstehung, Wesen und Aktualität der biblischen Botschaft

Einerseits ist die Bibel das Buch mit der größten Verbreitung und Wirkungsgeschichte, andererseits fällt der Zugang nicht immer leicht: Wie und wann sind die einzelnen biblischen Schriften wirklich entstanden? Ist das auch alles wahr, was drin steht? Wie wichtig ist das Alte Testament für mich heute noch? Wie kann ich diese alten und in einem völlig fremden Umfeld entstandenen Texte überhaupt noch richtig verstehen? Solchen und ähnlichen Fragen soll anhand praktischer Textbeispiele nachgegangen werden.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Universitätsprofessor, Fritzens

 

Gott besucht sein Volk in "herzlichem Erbarmen"

Jesu Botschaft von der Barmherzigkeit nach dem Lukasevangelium

Im Kommen und Wirken Jesu zeigt sich von Anfang an wunderbares Erbarmen. Schon die Hymnen in der Kindheitsgeschichte Jesu (Magnificat und Benedictus) zeugen davon. Besonders in den Gleichnissen vom barmherzigen Samariter und vom barmherzigen Vater lässt Jesus uns erkennen, was er unter Erbar-men versteht. Sein auch heute aktueller Auftrag lautet: „Werdet barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36).

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck

Wie lesen Evangelische die Bibel?

Die Quelle des christlichen Glaubens und ihr Verständnis im evangelischen Sinn

Eines der entscheidenden „Produkte“ der Reformation war die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers. Das eigene Bibellesen wurde zum Kern der evangelischen Frömmigkeit – obwohl in Österreich der Besitz einer Lutherbibel noch vor 200 Jahren verboten war.
Die Veranstaltung zeichnet nach, wieso sich durch die Bibel für Martin Luther „die Pforten zum Paradies“ öffnen, damit wir uns dann selbst zur gegenwartsbezogenen Bibellektüre aufmachen.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck

Die Liebe ist... (1 Kor 13,4)

Das Hohelied der Liebe

Das Hohelied der Liebe (1 Kor 13) gehört zu den paulinischen Spitzentexten. Die Veranstaltung wird zur stilistischen Schönheit und zu den inhaltlichen Tiefen dieses Liedes hinführen. Der Weg der Liebe wird als bleibender und immer aktueller Weg für die Christen/innen betrachtet.

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck 

Geschichten, die unser Leben berühren

In Lesung und Evangelium unser Leben finden und die freimachende Botschaft entdecken

Wer kennt das nicht, drin sitzen in der Messe und nichts verstehen? Und die Frage, warum muss ich mir das anhören? Dass biblische Geschichten etwas mit meinem persönlichen Leben zu tun haben, das wird oft erst klar, wenn sie aus dem Kleid ihrer Entstehungszeit in eine moderne Sprache und Bilderwelt übersetzt werden. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, um spannende, berührende und sinnstiftende Themen in biblischen Erzählungen zu entdecken.

ReferentInnen: Dr.in Anna Hintner, Theologin, Gnadenwald, Mag. Garber Thomas, Navis, MMag. Maria Pranger, Pastoralassistentin, Debant