TIROLER BIBELKURS 2018/2019

Nord-, Ost- und Südtirol

Auch für Neueinsteiger

Nach den guten Erfahrungen der bisherigen Tiroler Bibelkurse setzen das Bildungshaus Osttirol,
die Diözesanstelle für Bibelpastoral Innsbruck, das Bibelzentrum Neustift und das Katholische
Bildungswerk Tirol den Tiroler Bibelkurs 2018/2019 fort.

Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Menschen für die Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes
zu begeistern und zu befähigen. Angesprochen sind alle, die persönlich und in ihren Gemeinden
das Wort Gottes lebendig halten wollen.

Auch wer bisher den Tiroler Bibelkurs noch nicht besucht hat, ist herzlich zu den einzelnen
Einheiten eingeladen. Sie können sich jeweils einen der drei Veranstaltungsorte aussuchen.

Zeitraum: Oktober 2018 - Mai 2019

Kosten: für alle Veranstaltungen: EUR 50,- (Ermäßigung möglich) / pro Einzelveranstaltung: EUR  10,-

Anmeldeschluss: 5 Tage vor Veranstaltungsbeginn

Bitte melden Sie sich dort an, wo Sie den jeweiligen Kurs besuchen möchten.

 

Termine und Inhalte: Folder als Download

ACHTUNG PROGRAMMÄNDERUNG für 24./25./26. Jänner 2019:

„In Gottes Namen“ – Wie von Gott reden?
Ijob bekommt die Nachricht über die Vernichtung seiner Existenz und seufzt: „Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen; gelobt sei der Name des HERRN.“ (Ijob 1,21) Ijob vermeidet es hier, Gott direkt zu nennen. Die Frage, wie man von Gott angemessen spricht und ihn richtig anspricht, ist uralt. Gott als je Größeren und Unbegreifbaren mit einer Vielzahl von Namen zu adressieren, ist Kennzeichen der Bibel, hat aber auch Parallelen und Vorläufer in der altorientalischen Umwelt. So entfaltet sich im Islam noch bis heute der Name des einzigen und alleinigen Gottes in der mystischen Vielfalt seiner 99 „schönen Namen“.
Unter den vielen biblischen Namen Gottes hat der Name JHWH, der über 6000 mal im Alten Testament genannt wird, eine besondere Wirkungsgeschichte. Wo kommt dieser Name her? Wie wurde er übersetzt und gedeutet? Warum wird er im Judentum nicht ausgesprochen?

Die wichtigen Fragen stellen sich im Neuen Testament aufgrund der Nähe Gottes, die durch Jesus ermöglicht wird, nochmals neu: Wie spricht dieses von Gott? Wie hängen Namen und Ehrentitel Christi, dessen „Name größer ist, als alle Namen“ (vgl. Phil 2,9) mit dem Gottesnamen selbst zusammen? Warum darf und muss in der christlichen Spiritualität die Unaussprechlichkeit Gottes und seines Namens Thema bleiben?
Referent: Dr. Martin Lang, Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Innsbruck

 

Veranstaltungsorte:

Pfarrsaal Allerheiligen
A-6020 Innsbruck, St. Georgsweg 15, bibelpastoral@dibk.at

Bildungshaus Osttirol
A-9900 Lienz, Kärntner Straße 42, office@bildungshaus.info

Bildungshaus Kloster Neustift
I-39040 Vahrn, Stiftstraße 1, bildungshaus@kloster-neustift.it

Diese Veranstaltungsreihe ist besonders geeignet für:

  • LektorInnen
  • LeiterInnen von Wortgottesdiensten, Andachten und Bibelrunden
  • Verantwortliche und Mitarbeitende in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung
  • Interessierte

Das Lukasevangelium - Einführung ins Lesejahr C (2018/19)

Mit der Adventzeit 2018 beginnt das Lesejahr C und die Textabschnitte aus dem Lukasevangelium stehen im Vordergrund. Sie zeigen uns Jesus, der sich mit besonderer Aufmerksamkeit jenen zuwendet, die in der Gesellschaft benachteiligt, ja verachtet sind. Es gibt - so Lukas - daraus nur einen Schluss zu ziehen: Wer als Christ/in leben will, wird sich wie Jesus gut und menschenfreundlich verhalten; das meint auch die Achtung der Fremden und sogar die Liebe zu den Feinden. "Das Christusbild des Lukas und sein Aufruf zu sozialem Verhalten sind bis heute maßgebend für die christliche Vorstellung vom Menschen und vom rechten Verhalten in der Gemeinschaft." (Einheitsübersetzung der Bibel, Einleitung zum Lukasevangelium). Für alle Interessierten, die sich mit den biblischen Texten auseinandersetzen, die uns in den Gottesdiensten des kommenden Kirchenjahres begegnen werden.

Referent/Innen auf Anfrage

Wozu brauchen wir eine (neue) Bibel?

Seit Dezember 2016 gibt es in der Katholischen Kirche eine neue Bibelübersetzung, fast gleichzeitig erschien in der evangelische Kirche die neue revidierte Lutherbibel. Es stellt sich die Frage: Warum benötigen wir neue Bibelübersetzungen? Waren die alten falsch? Was ist neu in den neuen Übersetzungen?
Allein der Vergleich mehrere Bibelübersetzungen hilft uns, den Bibeltext genauer zu lesen.
Der Blick auf die Schwerpunkte und Anliegen der neuen „Revidierten Einheitsübersetzung“ soll zeigen, wie spannend es ist, von Gott zu reden, und wie hilflos unsere Sprache ist und bleibt. Trotzdem und gerade deswegen: Die Bibel ist auf jeden Fall ein ABC und eine Schatzgrube für Glaubensgespräche.

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Leiter Bibelpastoral in der Diözese Innsbruck

Jesus der Therapeut

Heilsame Begegnungen im Johannesevangelium 

Menschen sind auf vielfältige Weise blind, gelähmt, sie suchen Rat, ihnen geht der Wein des Lebens aus. Das Johannesevangelium berichtet, dass Jesus als Arzt für Leib und Seele Heil und Heilung verschafft. Was hat all das mit uns heute zu tun? Was blockiert und was stärkt uns? Was fördert unsere Selbstheilungskräfte?

 

Vaterunser

Wir spüren den Herzschlag Jesu 

Jesu Wirken und seine Botschaft lässt sich ohne sein Gebet nicht verstehen. Er betet allein und in der Gemeinschaft der jüdischen Gebetstradition. Er wendet sich an seinen Vater im Himmel in frohen und in bedrängenden Stunden seines Lebens.
Das Vaterunser bildet die Mitte der Bergpredigt und damit in der Mitte der neuen Lebensordnung, die Jesus der Welt gebracht hat.
Das Vaterunser lässt uns den Herzschlag Jesu erfahren.
Welche Chancen hat das für mein persönliches Beten?

Referent: Pfarrer Dr. Franz Troyer, Innsbruck 

Abraham - Vater im Glauben

Mit der Geschichte Abrahams (Gen 12–25) wird der Zyklus der Erzelternerzählungen eröffnet. Sie bildet die Brücke zwischen der mythischen Vorzeit (der Welt) und der Geschichte Israels. Abraham wird, selbst aus der Fremde stammend, Stammvater Israels und zum Urahn anderer Völkerschaften. Eine genauere Lektüre des Textes offenbart, dass das Leben Abrahams auch Versagen und Schattenseiten kennt, die bis in spätere Generationen spürbar sind. Weil er aber dem Gott Israels unbedingten Glauben geschenkt hat, wird Abraham zum Inbegriff des Segens und zum Träger der Verheißung. Weil er sich Jahwes Führung anvertraut hat, ist Abraham eine wichtige Identifikationsgestalt für Juden und Christen, und als Ibrahim al-Chalil, der „Freund Gottes“, für Muslime.

 

Die Sintflut und der Turmbau zu Babel

Altorientalisches im Alten Testament

Die Stellen im Buch Genesis über die Sintflut und den Turmbau haben seit jeher Faszination ausgeübt. Dass sie eng mit der altorientalischen Umwelt verknüpft sind, haben erst die Archäologie und Entzifferung der Keilschrift ab etwa der Mitte des 19. Jh. herausgestellt. Damit öffnete sich aber ein Fenster, und ein ganz neuer Blick auf die biblische Überlieferung war möglich. Wie entwickelt sich die Sintfluterzählung, bis sie in der Bibel landet, und was steckt hinter dem Turm zu Babel?

Referent: Ass.-Prof. MMag. Dr. Martin Lang, Universitätslehrer, Innsbruck 

(Un)Zumutbare?! Schwierige Bibeltexte im Gottesdienst

„Wie können Sie verantworten, dass heutzutage so etwas in der Kirche vorgelesen wird?“ Dieser Ausruf einer empörten Kirchgängerin gilt der Geschichte von der Opferung des Isaak (Gen 22). Die Frage, die dahinter steht, betrifft allerdings eine Vielzahl von Textstellen in der Bibel: Sollte man nicht lieber auf Lesungen verzichten, die schwer zugänglich sind, weil sie Widersprüchliches ausdrücken, kaum mehr etwas mit unserer Lebens- und Erfahrungswelt zu tun haben oder schlichtweg von Konflikt, Gewalt, Vergeltung, Tod und Vernichtung sprechen?

Hat Jesus nicht ganz einfach eine Botschaft der Liebe gebracht, von der wir sprechen sollten? Selbstverständlich! Doch sogar in den Evangelien finden sich Passagen, die man sich - auf den ersten Blick - lieber gerne ersparen würde …

Ein Workshop, in dem wir nach Möglichkeiten suchen, biblische Texte zu erschließen, die als Zumutung empfunden werden, ohne dabei den Gott der Liebe aufs Spiel zu setzen.

Referentin: Dr.in Christine Drexler, Theologin, Innsbruck 

Bibel und Gewalt

(Wie) geht das zusammen?

Die Ermordung Abels durch seinen Bruder Kain; der Gott, der die Erstgeborenen der Ägypter erschlägt; der zornige Gutsherr im Gleichnis Jesu, der die bösen Winzer umbringt: Was hat all das bitte in der Bibel verloren?
Dieser Vortrag stellt diese Frage und schlägt einen neuen Blickwinkel zu den verstörenden Gewalttexten der Bibel vor.

Referent: DDr. Mathias Moosbrugger, Pastoralassistent, Innsbruck

Verstehst du auch was du liest? (Apg 8,30)

Impulse zu Entstehung, Wesen und Aktualität der biblischen Botschaft

Einerseits ist die Bibel das Buch mit der größten Verbreitung und Wirkungsgeschichte, andererseits fällt der Zugang nicht immer leicht: Wie und wann sind die einzelnen biblischen Schriften wirklich entstanden? Ist das auch alles wahr, was drin steht? Wie wichtig ist das Alte Testament für mich heute noch? Wie kann ich diese alten und in einem völlig fremden Umfeld entstandenen Texte überhaupt noch richtig verstehen? Solchen und ähnlichen Fragen soll anhand praktischer Textbeispiele nachgegangen werden.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Universitätsprofessor, Fritzens

 

Gott besucht sein Volk in "herzlichem Erbarmen"

Jesu Botschaft von der Barmherzigkeit nach dem Lukasevangelium

Im Kommen und Wirken Jesu zeigt sich von Anfang an wunderbares Erbarmen. Schon die Hymnen in der Kindheitsgeschichte Jesu (Magnificat und Benedictus) zeugen davon. Besonders in den Gleichnissen vom barmherzigen Samariter und vom barmherzigen Vater lässt Jesus uns erkennen, was er unter Erbar-men versteht. Sein auch heute aktueller Auftrag lautet: „Werdet barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36).

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck

Wie lesen Evangelische die Bibel?

Die Quelle des christlichen Glaubens und ihr Verständnis im evangelischen Sinn

Eines der entscheidenden „Produkte“ der Reformation war die deutsche Bibelübersetzung Martin Luthers. Das eigene Bibellesen wurde zum Kern der evangelischen Frömmigkeit – obwohl in Österreich der Besitz einer Lutherbibel noch vor 200 Jahren verboten war.
Die Veranstaltung zeichnet nach, wieso sich durch die Bibel für Martin Luther „die Pforten zum Paradies“ öffnen, damit wir uns dann selbst zur gegenwartsbezogenen Bibellektüre aufmachen.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck

Die Liebe ist... (1 Kor 13,4)

Das Hohelied der Liebe

Das Hohelied der Liebe (1 Kor 13) gehört zu den paulinischen Spitzentexten. Die Veranstaltung wird zur stilistischen Schönheit und zu den inhaltlichen Tiefen dieses Liedes hinführen. Der Weg der Liebe wird als bleibender und immer aktueller Weg für die Christen/innen betrachtet.

ReferentInnen: Dr. Martin Hasitschka SJ, Innsbruck, Dr. Mira Stare, Pastoralassistentin, Innsbruck 

Geschichten, die unser Leben berühren

In Lesung und Evangelium unser Leben finden und die freimachende Botschaft entdecken

Wer kennt das nicht, drin sitzen in der Messe und nichts verstehen? Und die Frage, warum muss ich mir das anhören? Dass biblische Geschichten etwas mit meinem persönlichen Leben zu tun haben, das wird oft erst klar, wenn sie aus dem Kleid ihrer Entstehungszeit in eine moderne Sprache und Bilderwelt übersetzt werden. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg, um spannende, berührende und sinnstiftende Themen in biblischen Erzählungen zu entdecken.

ReferentInnen: Dr.in Anna Hintner, Theologin, Gnadenwald, Mag. Garber Thomas, Navis, MMag. Maria Pranger, Pastoralassistentin, Debant