Frauen! - Wahl! - Recht!

100 Jahre Selbstverständlichkeit

Das „Comité in Angelegenheiten des Frauenstimmrechts“, gegründet 1889 von den Lehrerinnen Maria Schwarz und Auguste Fickert – das war Aufbegehren, Aufbruch, Bewegung und schließlich in unüberhörbare und deutlich sichtbare Struktur gegossene Selbstbestimmtheit.

Wir hören hinein in die Geschichte der Frauen: In die Reden der ersten Politikerinnen im Nationalrat 1919, in die Ansagen der arbeitenden Frauen in den Folgejahren, in die Parolen der kämpferischen Verteidigerinnen der Selbstbestimmung in den 60ern und 70ern. Wir hören auf Frauen, die die österreichische Gesellschaft mit ihrem Wissen und ihrem Einsatz prägten und wir hören auf die jungen Frauen, die eine Zukunft ohne Rückschläge fordern.

Referentin: Dr.in Angelika Hörmann, Sozialpsychologin, Innsbruck

Wertvolle Zukunft

Werte im Wandel

Der Zug zum Individualismus, zur Auflösung von Verbindlichkeiten, zur Absprache von jeglich Gutem und Wertvollem in Anderen ist unübersehbar. Gleichzeitig brechen immer mehr „Werte-Debatten“ auf, die verzweifelte Suche nach Überlebenstugenden einer zukünftigen, mit zahlreichen Herausforderungen konfrontierten Gesellschaft. Gelingt es, aus dem Jammertal des „Nichts geht mehr“ auszusteigen, wirksame Wege einer neuen Beziehungskultur und Solidargemeinschaft einzuschlagen?  Allen gesellschaftlichen Kräften wie Familien, Betrieben, Schulen, Gemeinden, Vereinen, ... kommt ein starker Auftrag in dieser Hinsicht zu. Welche Werte, Haltungen brauchen wir angesichts enormer globaler, kultureller, ökonomischer und sozialer Herausforderungen?

Referent: Georg Schärmer, Caritasdirektor, Innsbruck

Anders Leben

Wie wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt erhalten

Oft ist es uns nicht bewusst: Unser tägliches Handeln in Tirol hat Auswirkungen auf Menschen, Natur und Wirtschaft in der ganzen Welt.
Damit die Welt in Balance bleibt, gilt es deshalb global zu denken und lokal zu handeln. Dabei kommt es besonders auf die Lebenseinstellung jedes Einzelnen an. Nur so werden wir die Umwelt für künftige Generationen erhalten können. Jede und jeder kann hierzu wichtige Beiträge leisten, wenn er sich für einen nachhaltigen Lebensstil entscheidet und so die Weichen für eine lebenswerte Zukunft stellt.

Referent: Mag. Johann Laiminger, Erwachsenenbildner, Brixen im Thale

Toleranz und ihre strittigen Grenzen

Toleranz gilt zu Recht als zentraler Wert, der ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen sicherstellen soll. Im interkulturellen und interreligiösen Dialog kommt der Toleranz daher wenig überraschend eine Schlüsselrolle zu.  
Doch schon die Rede von "richtiger" und "falsch verstandener Toleranz" zeigt, dass es nicht genügt, Toleranz undifferenziert einzufordern. Zu unterscheiden ist nämlich nicht nur wen oder was man (nicht) dulden soll, sondern auch, ob diese Frage dem Einzelnen bzw. der Gesellschaft oder aber dem Staat gestellt ist. Und schließlich gilt es, sich über die unterschiedlichen Methoden der Nicht-Toleranz klar zu werden. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte des Toleranzdenkens wird anhand aktueller Fallbeispiele diskutiert, welche Argumente für welche Grenzen der Toleranz sprechen.

Referentin: Assoz.-Prof. Dr. Marie-Luisa Frick, Philosophin, Innsbruck

Menschenrechte im globalen Kontext

Menschrechte sind in Bewegung. Was sie sind, was sie verlangten und vom wem, ist seit jeher umstritten. Auf globaler Ebenebildeten sich in den vergangenen Jahrzehnten zudem unterschiedliche Menschenrechtsverständnisse heraus, die Fragen nach der Universalität aufwerfen: Können alle Traditionen/Religionen die Menschrechte und ihre Werte teilen? Wo bestehen Spannungen und wie sind sie einzuordnen? Sind Menschenrechte typisch "westlich"?
In dieser Veranstlatung werden wir uns wichtigen Problemen der interkulturelen Menschrechtsphilosophie zuwenden und nachvollziehen, welche Konflikte dabei auf globaler Ebene bestehen.

Referentin: Assoz.-Prof. Dr. Marie-Luisa Frick, Philosophin, Innsbruck

MIND THE GAP - COME TOGETHER

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT ALS CHANCE FÜR EIN GUTES LEBEN FÜR ALLE

Europa gilt als reicher Kontinent und doch leben hier arme Menschen. Afrika gilt als Kontinent der Armen und ist doch reich an Rohstoffen und Kultur. Die Spaltung in reich und arm erleben wir im globalen Norden wie im globalen Süden. Sie ist Teil bzw. Folge der multiplen Krise unseres Weltsystems. Wie können wir einen neuen gedanklichen und gestalterischen Raum für Veränderung erreichen? Welche Art der Entwicklung brauchen Menschen/die Mensch-heit? Was können wir vom globalen Süden lernen?

Anhand von Geschichten aus der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, dem Grundgedanken der Einen Welt und kritischen Reflexionen zum Migrationsdiskurs erarbeiten wir uns neue Einblicke und Ausblicke für ein "Gutes Leben für alle".

Kostenfreies Angebot in Zusammenarbeit mit dem Welthaus der Diözese Innsbruck. Gültig bis Ende 2019

Referentin: Dr. Sibylle Auer, Erwachsenenbildnerin, Innsbruck

Betteln - Hintergrund, Klisschees und richtiger Umgang

Bettelnde Menschen begegnen uns auf Straßen, vor Geschäften und manchmal sprechen sie uns an, wenn wir gar nicht mit ihnen rechnen. Plötzlich, und direkt konfrontiert mit dieser Form der Einforderung von Solidarität kann Überforderung, manchmal sogar Wut oder Unverständnis entstehen. Mediale Berichte tragen zur Verunsicherung bei, ob man es mit einer mafiösen Organisation zu tun hat, oder tatsächlich mit einer Spende etwas bewirkt. Fragen tauchen auf, ob man Brot spenden soll, oder doch besser Geld, oder am Besten gar nichts? Wieso arbeiten diese Menschen nicht einfach? Der Vortrag, entstanden aus langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit bettelnden Menschen, und die offene Diskussion sollen dazu beitragen sich ein objektives Bild zu machen, welches den individuellen Umgang erleichtert.

Referent: Bernd Pirker, Sozialberater, Schwaz

Mindestsicherung - Soziale Hängematte oder letzter Anker?

Mindestsicherung! Leben auf Kosten der Gemeinschaft? Wer bekommt sie und warum?. Können und wollen wir uns das leisten? Sind ArbeitnehmerInnen dumm? Fragen und Antworten zum Thema und Raum für Diskussionen.

 

Moral und Armut - Selber schuld?

Im Verständnis, oder Unverständnis von Armut taucht sehr schnell die Frage nach der Schuld auf. Ist sie legitim? Was bringt es, sich darüber Gedanken zu machen? Was prägt unsere Wertehaltung und ist sie überall gleich? Wie geht man im Alltag oder der Arbeit mit diesem Thema um, und kann man der Moral überhaupt entkommen?

Wer ist denn eigentlich arm?

Armut in Tirol ist selten sichtbar, und dennoch wissen wir aus Zahlen, dass sie da ist. In dieser Veranstaltung wird geklärt, wer ist in unseren Augen überhaupt arm ist, wie dieser Begriff definiert ist und welche Lösungen es aus der Armutsfalle gibt.

Referent: Bernd Pirker, Sozialberater, Bogenbauer, Schwaz

Inklusion - gemeinsam anders

Filmabend mit Diskussion

Wie schaut gelingende Inklusion aus? Welche Lebensbereiche sind betroffen?
Anhand folgender drei Spielfilme kommen Sie mit einem Vertreter der ARGE barrierefreie Kirche über diese Fragen ins Gespräch:
Verstehen Sie die Beliers? Franz. Spielfilm. Stichworte: Gehörlosigkeit, Pubertät, Verantwortung, eigenes Leben
Inklusion Deutscher Fernsehfilm. Stichworte: Integration in der Schule
So wie du bist. Dt. Spielfilm. Stichworte: Downsyndrom, Verliebt sein, Recht auf Sexualität und Beziehung
Vorgangsweise:
Sie wählen einen Film. Kontaktieren mit Ihrem Filmwunsch und Wunschtermin Alfred Natterer. Ein Mitglied der ARGE kommt zum Veranstaltungsort mit Film, Beamer und Laptop (falls kein entsprechendes Fernsehgerät vorhanden ist).

Referent: Mag. Alfred Natterer, Theologe/Psychologe, Innsbruck  

 

Über den Wert des Erinnerns

"Das zerrissene Lebensgewebe flicken" (Igor Caruso), das ist  Erinnerungsarbeit. Es geht dabei um das Gedächtnis einer Kultur im Sinne regionaler Identitäten. Freilich ist manches verschleiert und das  "Österreichische Gedächtnis", die gemeinschaftliche Erinnerung hat Flecken und Schatten. Der sensible Umgang mit den individuellen wie mit den gemeinschaftlichen Erinnerungen ist ein Zeichen der Stärke. So kann  jeder zu einem Brückenbauer werden, auch zwischen den Generationen. Erinnern ist nicht nur Kopf-, auch Herzensarbeit. Kopf und Herz müssen beim Erinnern beisammen bleiben. Die Er-Innerung kann Hoffnung stiften.  Hoffende sind es, die diese Brücken bauen können. Heinrich Böll hat es so zum Ausdruck gebracht: "Wir sind geboren, uns zu erinnern. Nicht  vergessen, sondern erinnern ist unsere Aufgabe".

Referent: Univ.-Prof. DDR. Peter Stöger, Innsbruck

Förderung von Talenten unter den Gurayos-Indianern

Sr. Ludmilla Wolf stellt in diesem Vortrag ihre langjährige Arbeit unter den Tieflandindianern in Bolivien Urubichá vor. Aus dem Unterricht in der Grundschule entwickelten sich große Schulprojekte für fast 1000 Kinder und Jugendliche in denen die außergewöhnlichen Talente der Guarayos für Musik und Handwerk gefördert werden,. Vielen Schülern und Schülerinnen wird dadurch eine gesicherte Zukunft ermöglicht.

Referentin: Sr. Ludmilla Wolf, Handarbeitslehrerin, Hall i. Tirol

Bild: Sr. Notburga Maringele

Tirolerinnen im bolivianischen Urwald

Die Arbeit der Tertiarschwestern bei den Tieflandindianern Boliviens

Seit fast hundert Jahren arbeiten Tiroler Fanziskanerinnen im Urwald des bolivianischen Tieflandes. In ihren Schulen erhalten tausende junge Menschen eine solide Ausbildung. Für viele von ihnen ist dies der Start in ein Leben jenseits von Armut und Unsicherheit. Außerdem arbeiten die Schwestern in der Seelsorge, betreuen Kranke, fördern behinderte Kinder und führen ein Ernährungszentrum, in dem unterernährte Kinder Hilfe und deren Eltern Beratung finden. Bolivien ist ein faszinierend schönes Land mit einer jungen, begeisterungsfähigen Bevölkerung.

Referentin: Sr. Notburga Maringele, Heilpädagogin, Hall i. Tirol

Bischof Erwin Kräutler - Ein Leben für Amazonien

Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit 50 Jahren im brasilianischen Amazonien für die Armen, die Indios und ihre Mitwelt ein. Trotz Attentatsversuchen, der Ermodung von Weggefährten und ständigem Polizeischutz steht er den Menschen im Kampf um ihre Rechte bei. Wolgang K. Heindl berichtet über Leben und Werk des alternativen Nobelpreisträgers, von persönlichen Eindrücken seiner Reisen an den Xongu und der aktuellen Situation vor Ort.

Referent: Mag. Wolfgang Heindl, Projektreferent Sei so frei, Straßwalchen

Wie kommt das Gute in die Welt?

Überlegungen zu einer Pädagogik der Solidarität.

Der Zug zum Individualismus, zur Auflösung von Verbindlichkeiten, zur Absprache von jeglich Gutem im Anderen/Fremden ist unübersehbar. Gelingt es uns aus dem Jammertal des "nichts geht mehr" auszusteigen, neue wirksame Wege einer neuen Beziehungskultur und Solidargemeinschaft einzuschlagen? Allen erziehenden Kräften - Familie, Schule, Vereinen, Arbeitsstellen... kommt ein starker Auftrag in dieser Hinsicht zu. Wie sieht chancenreiche Solidarerziehung aus? Was müsste sie angesichts enormer globaler, kultureller, ökonomischer und sozialer Herausforderungen leisten?

Referent: Georg Schärmer, Caritasdirektor, Innsbruck

Achtsamkeit des Herzens

Wir leben in einer Zeit, in der alte Beziehungsmodelle, alte Begriffe von Menschenrechten, Bürgerrechten und Naturrechten, alte Gottesbilder und theologische Formulierungen dem Druck der Veränderung ausgesetzt sind.

Mitten in diesen Umbrüchen suchen wir nach Halt und Orientierung und möchten mit den besten Werten unserer Kultur eine gute Zukunft gestalten. Es gibt verschiedene Wege zu diesem Ziel. Eine Möglichkeit ist der „Weg der Achtsamkeit“, ein spiritueller Weg, bei dem Meditation und die Achtsamkeit im Alltag zusammen gehören. Bei der „Achtsamkeit des Herzens“ geht es um eine Aufmerksamkeit, die nicht nur beiläufig ist. „Achtsamkeit des Herzens“ ist die liebevolle Ehrfurcht für die ganze Wirklichkeit der Schöpfung. Sie öffnet unseren Blick für die Sinnspuren unseres Lebens und läßt uns unsere eigene Berufung klarer erkennen.
Diese Lebenskultur bedarf der Einübung.

Referentin: Maria-Regina Strugholtz, Seelsorgerin, Trainerin, Telfs

Schauplatz Indien

Von den Teegärten in Assam zu den Wirkungsstätten Mutter Teresas in Kolkata

Der Nordosten von Indien, der über viele Jahrzehnte hindurch von der indischen Zentralregierung vernachlässigt wurde, ist heute bekannt für gewalttätige ethnische Konflikte, extreme Arbeitslosigkeit, Aufruhr, Aids, eine stagnierende Wirtschaft, Armut und alle damit einhergehenden sozialen Probleme.
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation der Frauen in Kolkata (Kalkutta), Westbengalen ist nach wie vor entwürdigend. Analphabetismus, Mitgiftprobleme, Gewalt und der massiv zunehmende Frauenhandel sind eine große Herausforderungen für Hilfsorganisationen und der Ordensgemeinschaft von Mutter Teresa.

Referentin: Rosmarie Obojes, Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, Matrei am Brenner

In Würde leben bis zuletzt

Die Begleitung von Menschen in schwerer Krankheit in Tirol

Was sind die Kernpunkte der Hospizidee und welche Grundhaltung ergibt sich daraus?
Hospizbetreuung ist nicht an spezialisierte Einrichtungen gekoppelt, Hospiz ist eine Haltung, die überall gelebt werden kann. Dabei stehen die Bedürfnisse schwer kranker Menschen und ihrer Angehörigen im Mittelpunkt. Es geht darum, diese letzte Lebensphase für Betroffene und ihre Angehörigen gut zu gestalten.
Im Vortrag wird aufgezeigt, wie die Hospizbewegung entstanden ist und wie sie in Tirol, in Österreich und weltweit organisiert ist. Außerdem wird besprochen, welche Bedürfnisse Menschen am Lebensende haben und wie wir dazu beitragen können, die letzte Lebensphase für Betroffene und ihre Angehörigen gut zu gestalten.
Ein Anliegen des Referenten ist es, Verständnis und Begeisterung für eine Bewegung zu wecken, die unaufdringlich, aber bestimmt und dauerhaft gegen eine gesellschaftliche Entwicklung der Ent-Sorgung eintritt und zu selbstbestimmtem, reflektiertem und liebevollem Handeln aufruft.

Referent: Mag. Werner Mühlböck, GF Tiroler Hospizgemeinschaft, Innsbruck 

Ethisch Wirtschaften

Zwischen Utopie und christlicher Verantwortung 

den Tagen des Alten Testaments zum Kernbestand religiöser Ethik. Habgier, Maßlosigkeit, Neid und Geiz stellten schon immer Probleme für das menschliche Zusammenleben dar. Heute stehen wir aber vor der Situation, dass Menschen sich trotz bester Absichten so genannten Sachzwängen ausgeliefert fühlen. Wer in der Wirtschaft nicht untergehen will, der muss mit der Konkurrenz mithalten können, auch wenn es dabei nicht immer menschlich zugeht. Ich möchte in meinem Vortrag aufzeigen, dass wir die Gestaltung unseres Wirtschaftslebens nicht nur den Mechanismen des Marktes überlassen dürfen. Dass diese nicht einfach unser Schicksal sind. Welchen Beitrag Glaube und Spiritualität bei der Überwindung von Sachzwängen leisten können, wird ebenfalls thematisiert.

Referent: Dr. Wilhelm Guggenberger, Universitätsdozent, Innsbruck 

 

Geld: Werkzeug oder Götze

Unsere moderne Wirtschaft wird kaum durch etwas anderes so sehr geprägt, wie durch Geld. Das war nicht immer so. Zweifellos aber ist Geld ein nützliches Werkzeug um den Warenaustausch zu erleichtern. Geld ist im Laufe der Zeit aber wesentlich mehr geworden als das: es scheint heute selbst die wichtigste Ware zu sein, es wird zum Selbstzweck, zum Götzen. Dieses Geld gefährdet unser Zusammenleben immer wieder, wie die jüngste Krise zeigt. In meinem Vortrag geht es mir darum, Gründe für die Faszination des Geldes aufzuzeigen und ihm wieder den angemessenen Platz in unserem Leben zuzuweisen.

Referent: Dr. Wilhelm Guggenberger, Universitätsdozent, Innsbruck