Täufer in Tirol. Hutterer in Kanada

Eine Geschichte von Verfolgung, Auswanderung und Toleranz

Die Täufer waren eine sehr fromme, friedfertige und streng nach dem Evangelium lebende reformatorische Glaubensrichrung, die im 16. Jahrhundert in Tirol viele Anhänger fand. Als Bedrohung von Kirche und Staat angesehen wurden sie blutig verfolgt und vertrieben. Im toleranten Mähren fanden sie eine neue Heimat; zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ging die Wanderung weiter nach Siebenbürgen. Etwa 42.000 Nachfahren der aus Tirol und Kärnten stammenden Täufer, die Hutterer, leben heute in Kanada und in den USA weiterhin getreu ihren alten Grundsätzen, zu denen vor allem die Erwachsenentaufe, die Gewaltlosigkeit und die Gütergemeinschaft gehören. Ihr Christentum ist in mehrerlei Hinsicht vorbildhaft und fordert zum Nachdenken heraus. Angesichts der Grausamkeit, die den Täufern im 16. Jahrhundert angetan wurde, ist zudem die Frage zu stellen, ob das kirchliche und weltliche Tirol hier nicht eine Abbitte schuldig ist.

Referent: Dr. Ignaz Hammerer, Pax Christi Tirol, Innsbruck

"Die Ewigkeit setzt einen Tag" - Zwischen Sabbat und Sonntag, Judentum und Christentum

Es sind zwei Tage, die den Alltag unterbrechen und eine Ahnung von Ewigkeit mitten in der Zeit ermöglichen: Sabbat und Sonntag. Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede dieser wöchentlichen Feiertage in Judentum und Christentum? Wie sieht die konkrete Feier des Sabbats aus? Gibt es Berührungspunkte zur Feier des Sonntags? Solchen und ähnliche Fragen soll an diesem Abend nachgegangen werden.

Referent: Mag. Dr. Patrick Gleffe, AHS/BHS Lehrer, Höfen

Vielvölerstaat Israel - ein Friede unmöglich?

Der Nahostkonflikt hat religiöse, historische, geographisch-klimatische, gesellschaftliche und politische Hintergründe. Diese verschiedenen Komponenten werden dargestellt und analysiert. Ziel der Veranstaltung ist, die Vielschichtigkeit und Komplexität des Problems bewußt zu machen.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie, Fritzens 

Missratene Tochter Christentum?

Das Verhältnis zwischen Christentum und Judentum in Vergangenheit und Gegenwart

Durch spezifische Auslegungen mancher neutestamentlicher Äußerungen und ein gewisses Absolutheitsdenken frühchristlicher Theologien ist so etwas wie ein "christlicher Antijudaismus" entstanden. Man vergaß mit der Zeit auf die Herkunft Jesu aus dem Judentum und das Verwiesensein des Christentums auf seine ältere Schwester. Der Referent geht dieser Entwicklung von der neutestamentlichen Zeit über die patristische "Judenhetze" bis hin in mittelalterliche und neuzeitliche Auseinandersetzungen von Kirche und Synagoge nach und skizziert sodann die - v.a. theologischen - Umdenkprozesse, die diesbezüglich einerseits nach der Schoah, andererseits seit dem 2. Vatikanischen Konzil eingesetzt und auch Früchte getragen haben.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie, Fritzens

Muslime und Christen

Gegner oder Partner?

Was wissen wir über die Religion der vielen muslimischen Gastarbeiter, den Islam als religiöses Phänomen, seine Entstehung, die Grundansichten, sowie die rituellen Gebräuche? Ist ein Dialog zwischen Islam und Christentum möglich?

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie, Fritzens

Mit Kopftuch & Gebetsschnur

Über Herkunft muslimischer Bräuche und Gesetze

Die meisten Sitten und Gesetze des Islam haben ihre Wurzeln in der Kultur und Lebensweise der Beduinen. Auf uns - die wir in der abendländischen Kultur aufgewachsen sind - wirken sie oft fremd, unverständlich und verursachen Angst und Skepsis.

Der Referent geht diesen Wurzeln des islamischen Brauchtums im Beduinenleben auf den Grund. Die Veranstaltung gibt Einblick in die Lebensweise der Moslems und weckt auf diesem Wege Interesse und Verständnis für eine fremde Kultur.

Referent: Univ.-Prof. Dr. Andreas Vonach, Universitätsprofessor, Fritzens 

Bild: www.pfarrbriefservice.de

Feste und Feiern

Was feiern Muslime zu welcher Zeit?

Als soziales Wesen kommt der Mensch – gewollt oder ungewollt – mit seinesgleichen zusammen.
Unter diesen Mitmenschen gibt es solche, deren Sozialisation fremd, irritierend oder gar beängstigend wirkt. Da aber Wissen, das über das eigene hinausgeht, Vertrauen, Verständnis, ja sogar Freundschaft schaff en kann, gilt es dieses Wissen interessierten Menschen zu vermitteln.

Referent: Mag. Durmus Gamsiz, Theologe/ Religionspädagoge, Innsbruck 

Islam verstehen - Christen und Muslime lernen einander kennen

Christen und Muslime leben Tür an Tür und wissen doch zu wenig über den Glauben bzw. die Religion des jeweils anderen. Mit Blick auf christliche und muslimische Inhalte soll ein Kennenlernen gewagt werden.

Referent: Mag. Durmus Gamsiz, Kath. Theologe & Islamischer Religionspädagoge, Innsbruck

Unterschiede und Gemeinsamkeiten - Christen und Muslime lernen einander kennen

Als soziales Wesen kommt der Mensch – gewollt oder ungewollt – mit seinesgleichen zusammen. Unter diesen Mitmenschen gibt es solche, dessen Sozialisation fremd, irritierend oder gar auch beängstigend wirken. Da aber das Wissen, dass über dem Eigenen hinausgeht Vertrauen, Verständnis, ja sogar Freundschaft schaffen kann, gilt es dieses Wissen interessierten Menschen zu vermitteln.

Referent: Mag. Durmus Gamsiz, Kath. Theologe & Islamischer Religionspädagoge, Innsbruck

Evangelisch für Neugierige

Was Sie schon immer über "die Lutherischen" wissen wollten

2017 begehen die Evangelischen ein besonderes Jubiläum: „500 Jahre Reformation“. Was gibt es da eigentlich zu feiern? Warum ist die Evangelische Kirche entstanden und wie hat sie sich entwickelt? Was haben wir in ökumenischer Verbundenheit gemeinsam – und was unterscheidet uns? Wie funktioniert Evangelisches Leben in Tirol heute, wie leben wir Kirche und was ist uns wichtig?
Werner Geißelbrecht, Pfarrer in der Evangelischen Christuskirche im Innsbrucker Saggen, erzählt vom Evangelischsein und beantwortet Ihre Fragen. Erfahren Sie im Gespräch, was Sie schon immer über „die Lutherischen“ wissen wollten und machen Sie sich selbst ein Bild.
Bei Interesse und wenn die Räumlichkeiten frei sind, kann die Veranstaltung auch gerne vor Ort in der Christuskirche stattfinden.

Referent: Mag. Werner Geißelbrecht, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck 

 

Gefährliche Religion?

Europas (neue) religiöse Intoleranz. Hintergründe - Analysen - Perspektiven

Kreuz, Kippa, Kopftuch – gehören auch Sie zu der wachsenden Zahl an Österreicherinnen und Österreichern, die bei mindestens einem dieser Symbole ein leichtes Unbehagen bis hin zum Schaudern befällt? Am besten verbieten, weg damit, nichts damit zu tun haben?

Die Philosophin Martha Nussbaum stellt für Europa (wie die USA) eine zunehmende religiöse Intoleranz fest, die vor allem Muslime betrifft, aber auch Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen sofern sie ihre religiöse Zugehörigkeit sichtbar machen. Angst ist ein urtümliches Gefühl, aber mitunter auch ein hochgradig gefährliches. Schnell mündet sie in Hass und Verfolgung des „Anderen“. Der Vortrag analysiert die Hintergründe der „Angst vor Religion“, insbesondere vor „dem Islam“, zeigt die hoch problematischen gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen auf und entwickelt Perspektiven, wie ein angstfreies Zusammenleben in Pluralität aussehen könnte. Getragen von soliden Grundsätzen, festen Argumenten und vor allem einer zu Neugier und Empathie beflügelnden Fantasie. Denn Religionen müssen nicht gefährlich sein – sie können uns alle bereichern.

Referentin: Mag.a Michaela Neulinger MA, Univ. Assistentin, Innsbruck 

Was ist evangelisch?

Grundinformation zur Konfession und zur evangelischen Kirche in Österreich

Vor 500 Jahren veränderte die Reformation die europäische Konfessionslandschaft – zum ersten Mal in der Kirchengeschichte existierten zwei christliche Konfessionen im selben geographischen Raum.
Heute leben in Österreich ca. 300.000 evangelische Christinnen und Christen.
Die Veranstaltung informiert über ihr Glaubensleben – in der ökumenischen Hoffnung, dass das gegenseitige Verständnis der christlichen Kirchen das Reich Gottes wachsen lässt.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck 

Rechtfertigung bei Paulus

Ein zentraler Begriff der evangelischen Theologie und seine biblischen und theologischen Hintergründe

Als Martin Luther vor 500 Jahren die 95 Thesen veröffentlichte, wollte er damit keine neue Kirche eröffnen. Er sah sich vielmehr in Einklang mit der Theologie von Paulus und Augustinus. Wir wollen erfahren, was der zentrale reformatorische Grundbegriff „Rechtfertigung“ ausmacht. Das ist brandaktuell: Denn die Frage „Was bin ich wert?“ stellt sich in der Leistungsgesellschaft schärfer denn je.

Referent: Dr. Rainer Dahnelt, Evangelischer Pfarrer, Innsbruck